Hundeallergie. So leben Hund und Halter glücklich miteinander

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Hundehaarallergie

Die Zahl der Hunde in Deutschland ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen: 10,1 Millionen Hunde leben derzeit unter deutschen Dächern. Ein Rekord, der nicht verblüfft. Schließlich gilt der Hund nicht umsonst als bester Freund des Menschen. Aber er hat auch das Potenzial, seine Halter krank zu machen. Die Diagnose Hundehaarallergie ist für viele ein Schock. Hier erhältst Du Tipps, wie Allergiker, die bereits einen Hund haben oder sich unbedingt einen Hund zulegen möchten, mit Bello unter einem Dach glücklich werden können.

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Hundehaarallergie? Streng genommen ein medizinischer Mythos!

Der Begriff Hundehaarallergie ist weit verbreitet – und streng genommen ein Mythos. Denn nicht das Hundehaar selbst ist verantwortlich für allergische Reaktionen beim Menschen, sondern bestimmte Allergene. Sie heißen Can f 1, Can f 2, Can f 3 oder Can f 5 und befinden sich in den Hautschuppen, im Speichel oder im Urin des Hundes. Vor allem das Allergen Can f 1 macht Menschen zu schaffen, es ist für bis zu 90 Prozent der Allergien gegen Hunde verantwortlich. Medizinisch betrachtet besteht die Allergie nämlich gegen den Hund und nicht das Hundehaar. Statt Hundehaarallergie heißt es demzufolge korrekt Hundeallergie.

Für die meisten Menschen sind Can f 1 und Co. harmlos, obwohl Allergien hierzulande grundsätzlich auf dem Vormarsch sind, wie eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) zeigt.

Wer auf ein Hundeallergen reagiert, kann ernsthafte gesundheitliche Probleme entwickeln. Zu den häufigsten Symptomen einer Hundehaarallergie zählen Beschwerden der Augen und Atemwege (gerötete, juckende und tränende Augen, triefende Nase, Niesen, Hustenreiz, Kratzen im Hals) sowie Asthma. Auch Hauterkrankungen wie Ekzeme und Neurodermitis sind möglich.

Bei vielen Hundeallergikern ist die allergische Reaktion mild und variiert scheinbar von Hund zu Hund, andere Betroffene können indes lebensbedrohliche Komplikationen entwickeln. Übrigens: Eine Allergie gegen Hunde oder andere Tiere kann jederzeit spontan auftreten. Insbesondere Menschen mit anderen Allergien (etwa gegen Hausstaubmilben oder Pollen) weisen ein erhöhtes Risiko dafür auf.

Ist Hundehaltung trotz Allergie möglich?

Nicht jede Person, die die Diagnose Hundeallergie erhält, möchte ein Leben ohne Hund führen. In schwereren Fällen ist das wohl der einzige Ausweg. Doch häufig gibt es Möglichkeiten, um die Symptome zumindest zu lindern. Dazu zählen neben der Hyposensibilisierung, bei der das Immunsystem schrittweise an das Allergen gewöhnt wird, und praktischen Alltags-Tipps auch die Wahl eines Hundes mit geringem Allergiepotenzial.

Hunde für Allergiker: Diese Hunde haben ein geringeres Allergiepotenzial

Eins vorweg: Bei allen Hunden finden sich die gleichen Allergene. Echte “Allergikerhunde”, die frei von jeglichen Allergenen sind, existieren nicht. Allerdings gibt es Unterschiede in der Menge der Allergene, die Hunde ausscheiden. Wie viele Allergene ein Hund in die Umgebung und Luft abgibt, hängt von der Fellstruktur oder Rasse ab. Allergenarme Hunde geben etwa die Hälfte oder ein Drittel der Allergene im Vergleich zu anderen Hunden ab. Generell gelangen bei Hunden mit glattem und langem Fell mehr Hautschuppen in die Luft.

Hunde mit lockigem Fell geben deutlich weniger Allergene ab, denn die Locken im Fell verhindern, dass abgestorbene Hautschuppen leicht in die Luft gelangen können. Bei lockigem Fell werden Hautschuppen erst mit dem Bürsten entfernt. Dadurch fliegen sie weit weniger in der Luft umher, können entsprechend weniger eingeatmet werden und die allergischen Symptome fallen milder aus oder entstehen erst gar nicht. Als allergenarme Hunderassen gelten etwa Goldendoodle und Labradoodle. Aber auch Pudel sollen günstig für Allergiker sein.

Praktische Tipps zum Umgang mit einer Hundehaarallergie

Viele praktische Tipps helfen dabei, die Symptome zu lindern, indem der Kontakt mit den Allergenen minimiert wird. So wird als Allergiker/in das Zusammenleben mit Deinem Hund leichter:

  • Bürste Deinen Hund im Freien, um die Ausbreitung von Hautschuppen und anderen im Fell anhaftenden Allergenen in Deinen Wohnräumen zu verringern.
  • Reinige regelmäßig Oberflächen (Böden, Wände) sowohl trocken wie auch feucht, damit sich Haare, Hautschuppen, Staub und Schimmel dort nicht ansammeln können. Ein Staubsauger für Tierhaare, sowie ein HEPA-Filter für den Staubsauger sind eine sehr empfehlenswerte Anschaffung.
  • Wasche regelmäßig alle Textilien, mit denen Dein Hund in Kontakt kommt. Neben Schlaf- und Liegeplätzen gehören auch Stofftiere dazu. Auch Spielzeug aus anderen Materialien sollte regelmäßig gereinigt und desinfiziert werden, da Allergene auch im Speichel vorkommen.
  • Lass Polsterwaren wie Deine Couch, Matratze oder andere Polstermöbel und Teppiche regelmäßig reinigen.
  • Lass Deinen Hund lieber nicht mit im Bett schlafen und halte ihn von Deinem Schlafzimmer fern. So atmest Du beim Schlafen weniger Allergene wie Hautschuppen und Staub ein.</li>
  • Benutz sogenannte Allergikerbezüge für Kissen, Decken und Matratzen. Diese Bezüge halten Allergene ab und Deine Bettwaren bleiben länger frisch.
  • Wasch Dir immer die Hände und das Gesicht, nachdem Du engeren Kontakt mit einem Hund hattest. Dadurch gelangen weniger Allergene an Deine Schleimhäute.
  • Lüfte (und Heize) regelmäßig. So fliegen Allergene aus Deinen Wohnräumen und die Luftqualität wird besser.
  • Gib Deinem Hund ab und an ein Bad. Durch die Fellreinigung werden Allergene entfernt.
  • Investiere in elektrische Luftreiniger. Solche Luftreiniger filtern Allergene aus der Raumluft heraus und verbessern die Luftqualität. Sie lohnen sich insbesondere in Räumen, in denen Du Dich viel aufhältst.
  • Schaff Dir einen Luftaustauscher aus, wenn Du in einem Eigenheim lebst oder bauliche Veränderungen an Deinen Wohnräumen vornehmen kannst. Luftaustauscher sorgen kontinuierlich für eine gleichmäßige Frischluftversorgung und können die Konzentration der Allergene in der Luft senken.

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